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ACT im Vergleich: Meta-Analyse findet keine Überlegenheit gegenüber etablierten Psychotherapien

Der Gesamteffekt im direkten Vergleich lag praktisch bei null. Das bedeutet nicht, dass ACT unwirksam ist – sondern dass die ausgewerteten RCTs keine Überlegenheit gegenüber anderen etablierten Psychotherapien zeigen.

Veröffentlicht am 30. August 2026 · Quelle veröffentlicht am 25. Juli 2026

Was hinter der Meldung steht

Systematischer Review und Meta-Analyse randomisierter kontrollierter Studien

Eingeschlossen

34 randomisierte kontrollierte Studien

Vergleich

Vollständige ACT versus andere bona-fide Psychotherapien

Gesamteffekt

g = −0,01; p = 0,86

Fragestellung

Relative Wirksamkeit, nicht Wirkung gegenüber Nichtbehandlung

Eine strengere Frage als „Hilft ACT?“

Die Autoren untersuchten nicht primär, ob Acceptance and Commitment Therapy besser als keine Behandlung ist. Sie fragten, ob eine vollständige, therapeutengeführte ACT anderen bona-fide Psychotherapien überlegen ist. Genau dieser direkte Vergleich ist für die Einordnung einer etablierten Methode besonders aussagekräftig.

In die Meta-Analyse gingen 34 randomisierte kontrollierte Studien ein. Der zusammengefasste Unterschied auf psychischen und verhaltensbezogenen Outcomes lag bei g = −0,01 und war statistisch nicht signifikant.

Die Autoren kritisieren Teile der bisherigen ACT-Forschung

Neben dem Hauptergebnis identifizierte das Review wiederkehrende methodische Schwächen: fehlende Vorregistrierung von Hauptendpunkten und Hypothesen, teilweise unzureichende statistische Power, begrenzte Nutzung von Intention-to-treat-Analysen und eine aus Sicht der Autoren teils zu weitgehende Interpretation von Befunden.

Daraus folgt keine pauschale Abwertung von ACT. Es folgt vielmehr die Forderung, Überlegenheitsbehauptungen nur dort zu machen, wo direkte und methodisch belastbare Vergleichsdaten sie tragen.

Keine Überlegenheit ist nicht dasselbe wie keine Wirksamkeit

Für Nutzerinnen und Nutzer ist der Unterschied wichtig: Wenn zwei seriöse Psychotherapien im Mittel ähnlich abschneiden, kann eine Methode dennoch sinnvoll sein. Die Wahl kann dann stärker von Problemstellung, Passung, Präferenzen, therapeutischer Beziehung, Verfügbarkeit und individueller Reaktion abhängen.

Der Befund ist zugleich ein gutes Beispiel dafür, warum Inner Guide nicht nur positive Studienmeldungen aufgreift. Wissenschaftliche Einordnung bedeutet auch, über Ergebnisse zu berichten, die einfache Hierarchien zwischen Methoden nicht bestätigen.

HintergrundMethoden vergleichenHintergrundEvidenz, Erfahrungswissen und Tradition unterscheiden

Quellen der Einordnung

Quellen zuletzt redaktionell geprüft am 30. August 2026.