Qualität und Einordnung
Wie Inner Guide unterschiedliche Wissensarten einordnet
Eine persönliche Erfahrung beantwortet eine andere Frage als eine kontrollierte Studie. Tradition, Fachwissen und spirituelle Bedeutung können relevant sein – aber sie leisten nicht dasselbe.
Unser Grundsatz
Fair einordnen heißt: nicht alles gleichsetzen.
Inner Guide bewertet keine Menschen und keine Weltanschauungen. Wir prüfen Aussagen danach, welche Frage sie beantworten, worauf sie beruhen und welche Schlussfolgerung daraus tatsächlich zulässig ist.
Acht öffentliche Einordnungsarten
Was eine Wissensart leisten kann – und wo ihre Grenze liegt.
Rechtlich oder regulatorisch eingeordnet
Beschreibt, ob für eine konkrete Rolle, Tätigkeit oder Anwendung gesetzliche, behördliche oder regulatorische Regeln bestehen.
- Kann zeigen
- Zuständigkeiten, geschützte Bezeichnungen, Erlaubnisse oder verbindliche Tätigkeitsgrenzen sichtbar machen.
- Belegt nicht automatisch
- Eine rechtliche Einordnung belegt weder Wirksamkeit noch Qualität und ersetzt nicht die Prüfung der individuellen Befugnis.
Wissenschaftlich untersucht
Untersucht eine konkrete Frage mit nachvollziehbaren wissenschaftlichen Methoden.
- Kann zeigen
- Nutzen, Schaden, Zusammenhänge oder Häufigkeiten untersuchen – abhängig von Fragestellung und Studiendesign.
- Belegt nicht automatisch
- „Untersucht“ bedeutet weder automatisch „wirksam“ noch „wirksam für jeden Menschen“.
Fachlich oder verbandlich etabliert
Beschreibt, ob ein Ansatz in einem fachlichen oder verbandlichen Kontext verbreitet, beschrieben oder standardisiert ist.
- Kann zeigen
- Fachliche Praxis, Standards, Leitlinien oder einen dokumentierten Konsens in einem benannten Kontext sichtbar machen.
- Belegt nicht automatisch
- Fachliche Etablierung ist weder automatisch gesetzliche Anerkennung noch ein allgemeiner Wirksamkeitsnachweis.
Praxis- und erfahrungsbasiert
Macht subjektive Wahrnehmung, Akzeptanz und praktische Umsetzbarkeit sichtbar.
- Kann zeigen
- Erfahrungen können relevante Beobachtungen zeigen und neue Forschungsfragen anregen.
- Belegt nicht automatisch
- Einzelne Erfolge belegen keine allgemeine Wirkung; Erwartungen und Erinnerung können Berichte beeinflussen.
Traditionell überliefert
Beschreibt historisch oder kulturell überlieferte Praktiken und Deutungen.
- Kann zeigen
- Herkunft, Bedeutung, Entwicklung und den kulturellen Zusammenhang einer Praxis erklären.
- Belegt nicht automatisch
- Lange Anwendung allein beweist weder Nutzen noch Sicherheit.
Spirituell oder weltanschaulich begründet
Beschreibt Sinn-, Glaubens-, Bewusstseins- oder Weltanschauungsbezüge.
- Kann zeigen
- Für Menschen persönlich bedeutsame Erfahrungen und Deutungsrahmen verständlich machen.
- Belegt nicht automatisch
- Subjektive Bedeutung darf nicht ohne passende Belege als medizinische Tatsache erscheinen.
Gemischte oder kontextabhängige Grundlage
Zeigt, dass eine Methode mehrere Grundlagen und unterschiedlich untersuchte Bestandteile haben kann.
- Kann zeigen
- Mehrere Wissensarten nebeneinander sichtbar machen und nach konkretem Kontext unterscheiden.
- Belegt nicht automatisch
- Eine Sammelbezeichnung erlaubt kein pauschales Urteil über alle Bestandteile oder Anwendungen.
Redaktionelle Einordnung noch offen
Kennzeichnet, dass die vorhandenen Angaben für eine abgeschlossene redaktionelle Zuordnung noch nicht ausreichen.
- Kann zeigen
- Offenen Quellen-, Zuständigkeits- oder Prüfbedarf sichtbar machen, statt eine Scheinsicherheit zu erzeugen.
- Belegt nicht automatisch
- Der offene Status ist keine negative Bewertung einer Methode, Person oder Weltanschauung.
Wissenschaftliche Evidenz
Der Beleg muss zur Frage passen.
Wissenschaftliche Evidenz ist kein allgemeines Gütesiegel. Sie bezeichnet wissenschaftliche Belege zu einer konkreten Frage. Welche Untersuchung geeignet ist, hängt davon ab, ob es beispielsweise um Wirkung, Sicherheit, Häufigkeit, subjektive Erfahrung oder kulturelle Bedeutung geht.
- Wirkung: Benötigt Vergleiche, mit denen sich Ursachen möglichst verlässlich beurteilen lassen.
- Sicherheit: Benötigt Daten zu unerwünschten Ereignissen, Risiken und möglichem Schaden.
- Erfahrung: Kann mit qualitativen und quantitativen Methoden beschrieben werden.
- Übertragbarkeit: Ergebnisse müssen zur Zielgruppe, Anwendung und Situation passen.
- Unsicherheit: Bleibt sichtbar, statt durch Formulierungen wie „wissenschaftlich bewiesen“ verdeckt zu werden.
Aussagen richtig lesen
Ähnlich klingend. Inhaltlich verschieden.
sagt zunächst nur, dass eine wissenschaftliche Untersuchung vorliegt.
verlangt zusätzlich passende Ergebnisse, ausreichende Qualität und eine tragfähige Übertragung auf die konkrete Frage.
beschreibt Selbstaussagen oder Erfahrungen einer ausgewählten Gruppe.
verlangt eine nachvollziehbare Erhebung, Auswertung und Einordnung möglicher Verzerrungen.
beschreibt Geschichte oder Anwendungskontext.
ist eine medizinische Wirkungsbehauptung und benötigt dafür geeignete Belege.
beschreibt eine mögliche subjektive Erfahrung.
behauptet eine therapeutische Wirkung bei einer Erkrankung und ist deutlich anspruchsvoller zu belegen.
Warum es keinen Einzahl-Score gibt
Eine Methode kann mehrere Grundlagen haben.
Ein einzelner Wert würde wichtige Unterschiede verbergen: Ein Bestandteil kann gut untersucht sein, ein anderer traditionell begründet; eine Anwendung kann dem Wohlbefinden dienen, eine andere eine medizinische Wirkung behaupten.
Inner Guide verwendet deshalb beschreibende Mehrfachkennzeichnungen. Sie sind keine Rangfolge und keine automatische Empfehlung.
Gesundheitsbezogene Versprechen prüfen