Qualität und Einordnung

Wie Inner Guide unterschiedliche Wissensarten einordnet

Eine persönliche Erfahrung beantwortet eine andere Frage als eine kontrollierte Studie. Tradition, Fachwissen und spirituelle Bedeutung können relevant sein – aber sie leisten nicht dasselbe.

Fair einordnen heißt: nicht alles gleichsetzen.

Inner Guide bewertet keine Menschen und keine Weltanschauungen. Wir prüfen Aussagen danach, welche Frage sie beantworten, worauf sie beruhen und welche Schlussfolgerung daraus tatsächlich zulässig ist.

Was eine Wissensart leisten kann – und wo ihre Grenze liegt.

EIN-001

Rechtlich oder regulatorisch eingeordnet

Beschreibt, ob für eine konkrete Rolle, Tätigkeit oder Anwendung gesetzliche, behördliche oder regulatorische Regeln bestehen.

Kann zeigen
Zuständigkeiten, geschützte Bezeichnungen, Erlaubnisse oder verbindliche Tätigkeitsgrenzen sichtbar machen.
Belegt nicht automatisch
Eine rechtliche Einordnung belegt weder Wirksamkeit noch Qualität und ersetzt nicht die Prüfung der individuellen Befugnis.
EIN-002

Wissenschaftlich untersucht

Untersucht eine konkrete Frage mit nachvollziehbaren wissenschaftlichen Methoden.

Kann zeigen
Nutzen, Schaden, Zusammenhänge oder Häufigkeiten untersuchen – abhängig von Fragestellung und Studiendesign.
Belegt nicht automatisch
„Untersucht“ bedeutet weder automatisch „wirksam“ noch „wirksam für jeden Menschen“.
EIN-003

Fachlich oder verbandlich etabliert

Beschreibt, ob ein Ansatz in einem fachlichen oder verbandlichen Kontext verbreitet, beschrieben oder standardisiert ist.

Kann zeigen
Fachliche Praxis, Standards, Leitlinien oder einen dokumentierten Konsens in einem benannten Kontext sichtbar machen.
Belegt nicht automatisch
Fachliche Etablierung ist weder automatisch gesetzliche Anerkennung noch ein allgemeiner Wirksamkeitsnachweis.
EIN-004

Praxis- und erfahrungsbasiert

Macht subjektive Wahrnehmung, Akzeptanz und praktische Umsetzbarkeit sichtbar.

Kann zeigen
Erfahrungen können relevante Beobachtungen zeigen und neue Forschungsfragen anregen.
Belegt nicht automatisch
Einzelne Erfolge belegen keine allgemeine Wirkung; Erwartungen und Erinnerung können Berichte beeinflussen.
EIN-005

Traditionell überliefert

Beschreibt historisch oder kulturell überlieferte Praktiken und Deutungen.

Kann zeigen
Herkunft, Bedeutung, Entwicklung und den kulturellen Zusammenhang einer Praxis erklären.
Belegt nicht automatisch
Lange Anwendung allein beweist weder Nutzen noch Sicherheit.
EIN-006

Spirituell oder weltanschaulich begründet

Beschreibt Sinn-, Glaubens-, Bewusstseins- oder Weltanschauungsbezüge.

Kann zeigen
Für Menschen persönlich bedeutsame Erfahrungen und Deutungsrahmen verständlich machen.
Belegt nicht automatisch
Subjektive Bedeutung darf nicht ohne passende Belege als medizinische Tatsache erscheinen.
EIN-007

Gemischte oder kontextabhängige Grundlage

Zeigt, dass eine Methode mehrere Grundlagen und unterschiedlich untersuchte Bestandteile haben kann.

Kann zeigen
Mehrere Wissensarten nebeneinander sichtbar machen und nach konkretem Kontext unterscheiden.
Belegt nicht automatisch
Eine Sammelbezeichnung erlaubt kein pauschales Urteil über alle Bestandteile oder Anwendungen.
EIN-008

Redaktionelle Einordnung noch offen

Kennzeichnet, dass die vorhandenen Angaben für eine abgeschlossene redaktionelle Zuordnung noch nicht ausreichen.

Kann zeigen
Offenen Quellen-, Zuständigkeits- oder Prüfbedarf sichtbar machen, statt eine Scheinsicherheit zu erzeugen.
Belegt nicht automatisch
Der offene Status ist keine negative Bewertung einer Methode, Person oder Weltanschauung.

Der Beleg muss zur Frage passen.

Wissenschaftliche Evidenz ist kein allgemeines Gütesiegel. Sie bezeichnet wissenschaftliche Belege zu einer konkreten Frage. Welche Untersuchung geeignet ist, hängt davon ab, ob es beispielsweise um Wirkung, Sicherheit, Häufigkeit, subjektive Erfahrung oder kulturelle Bedeutung geht.

  • Wirkung: Benötigt Vergleiche, mit denen sich Ursachen möglichst verlässlich beurteilen lassen.
  • Sicherheit: Benötigt Daten zu unerwünschten Ereignissen, Risiken und möglichem Schaden.
  • Erfahrung: Kann mit qualitativen und quantitativen Methoden beschrieben werden.
  • Übertragbarkeit: Ergebnisse müssen zur Zielgruppe, Anwendung und Situation passen.
  • Unsicherheit: Bleibt sichtbar, statt durch Formulierungen wie „wissenschaftlich bewiesen“ verdeckt zu werden.

Ähnlich klingend. Inhaltlich verschieden.

In einer Studie untersucht

sagt zunächst nur, dass eine wissenschaftliche Untersuchung vorliegt.

Wirksamkeit nachgewiesen

verlangt zusätzlich passende Ergebnisse, ausreichende Qualität und eine tragfähige Übertragung auf die konkrete Frage.

Viele Anbieter berichten

beschreibt Selbstaussagen oder Erfahrungen einer ausgewählten Gruppe.

Systematische Daten zeigen

verlangt eine nachvollziehbare Erhebung, Auswertung und Einordnung möglicher Verzerrungen.

Traditionell eingesetzt für

beschreibt Geschichte oder Anwendungskontext.

Behandelt eine Erkrankung

ist eine medizinische Wirkungsbehauptung und benötigt dafür geeignete Belege.

Kann als entspannend erlebt werden

beschreibt eine mögliche subjektive Erfahrung.

Behandelt eine Angststörung

behauptet eine therapeutische Wirkung bei einer Erkrankung und ist deutlich anspruchsvoller zu belegen.

Eine Methode kann mehrere Grundlagen haben.

Ein einzelner Wert würde wichtige Unterschiede verbergen: Ein Bestandteil kann gut untersucht sein, ein anderer traditionell begründet; eine Anwendung kann dem Wohlbefinden dienen, eine andere eine medizinische Wirkung behaupten.

Inner Guide verwendet deshalb beschreibende Mehrfachkennzeichnungen. Sie sind keine Rangfolge und keine automatische Empfehlung.

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