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LSD bei generalisierter Angststörung: zweite Phase-III-Studie positiv – was Panorama zeigt
Panorama ist die zweite positive Phase-III-Studie von DT120 bei generalisierter Angststörung. Der 100-µg-Arm zeigte nach zwölf Wochen einen klaren Vorteil gegenüber Placebo – zugleich bleiben funktionelle Entblindung, Sponsorinteresse und die noch fehlende peer-reviewte Vollpublikation zentrale Vorbehalte.
Inner Guide: 15. September 2026 · Originalpublikation: 14. September 2026
Kurz eingeordnet
Was hinter der Meldung steht
Multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-III-Studie mit zusätzlichem 50-µg-Kontrollarm
Stichprobe
245 Erwachsene mit generalisierter Angststörung
Randomisierung
2:1:2 auf 100 µg DT120, 50 µg DT120 oder Placebo
Primärer Endpunkt
HAM-A-Veränderung bis Woche 12
Kontrollphase
12 Wochen doppelblind, anschließend 40 Wochen offene Extension
Studie
Panorama prüfte eine Einzeldosis DT120 über zwölf kontrollierte Wochen
Panorama (MM120-301) ist eine multizentrische Phase-III-Studie bei Erwachsenen zwischen 18 und 74 Jahren mit DSM-5-bestätigter generalisierter Angststörung und einem HAM-A-Ausgangswert von mindestens 20. Insgesamt wurden 245 Teilnehmende an rund 32 Zentren eingeschlossen.
Randomisiert wurde im Verhältnis 2:1:2 auf eine einmalige Dosis von 100 µg DT120, 50 µg DT120 oder Placebo. Der 50-µg-Arm wurde zusätzlich aufgenommen, um funktioneller Entblindung entgegenzuwirken. Die kontrollierte Studienphase dauerte zwölf Wochen; anschließend folgt eine 40-wöchige offene Extension, in der je nach Symptomschwere weitere 100-µg-Dosen möglich sind.
Ergebnisse
100 µg DT120 war Placebo nach zwölf Wochen um 5,1 HAM-A-Punkte überlegen
Im 100-µg-Arm lag der mittlere HAM-A-Ausgangswert bei 28,3 Punkten, im Placeboarm bei 28,0. Nach zwölf Wochen betrug die adjustierte Veränderung -9,8 Punkte unter 100 µg DT120 und -4,7 Punkte unter Placebo. Daraus ergibt sich ein placebo-adjustierter Unterschied von -5,1 Punkten; der Sponsor berichtet p<0,0001 und Cohen d=0,64.
Auch die drei vorab multiplicity-kontrollierten sekundären Endpunkte waren signifikant: CGI-S nach zwölf Wochen, HAM-A nach einer Woche und CGI-S bereits an Tag 2. Die HAM-A-Response-Rate nach zwölf Wochen lag bei 32 Prozent unter 100 µg gegenüber 14 Prozent unter Placebo; die Remissionsrate bei 15 gegenüber 4 Prozent.
Der zusätzliche 50-µg-Arm umfasste 52 Teilnehmende und zeigte in Woche 12 einen placebo-adjustierten HAM-A-Unterschied von -3,6 Punkten. Dieser Arm war laut Sponsor jedoch ausdrücklich nicht für statistische Wirksamkeitsvergleiche ausgelegt oder gepowert und sollte deshalb nicht wie ein zweiter bestätigender Wirksamkeitsarm interpretiert werden.
Sicherheit
Akute Nebenwirkungen waren häufig, neue Sicherheitssignale wurden nicht gemeldet
Behandlungsbedingte beziehungsweise behandlungsassoziierte Ereignisse waren deutlich häufiger unter DT120 als unter Placebo. Die Gesamt-TEAE-Rate lag bei 94,8 Prozent unter 100 µg, 96,1 Prozent unter 50 µg und 62,9 Prozent unter Placebo.
Am Dosierungstag wurden insbesondere Illusionen, Übelkeit und Kopfschmerzen häufig berichtet. Nach Sponsorangaben traten keine arzneimittelbezogenen schweren unerwünschten Ereignisse und kein Suizidalitätssignal auf. Die Abbruchraten waren zwischen den drei Gruppen ähnlich.
Inner-Guide-Einordnung
Ein starker Phase-III-Befund – aber noch keine unabhängige Bestätigung
Panorama ist relevant, weil es nach Voyage bereits die zweite positive Phase-III-Studie von DT120 bei generalisierter Angststörung ist. Zusammen mit dem positiven MDD-Programm entsteht damit ein ungewöhnlich weit fortgeschrittener Datensatz für ein klassisches Psychedelikum.
Für die Einordnung bleibt trotzdem entscheidend, dass die jetzt veröffentlichten Zahlen Sponsor-Topline-Daten sind. Eine peer-reviewte Vollpublikation mit vollständiger statistischer Methodik, detaillierten Subgruppenanalysen und vollständigen Interessenkonflikten liegt bislang nicht vor.
Auch das Verblindungsproblem bleibt relevant. Der zusätzliche 50-µg-Arm ist methodisch interessant, weil er die Erkennbarkeit der Behandlungszuordnung reduzieren sollte. Gleichzeitig ist 50 µg selbst psychoaktiv, und der Arm war nicht für formale Wirksamkeitsvergleiche gepowert. Deshalb lässt sich aus seinem Ergebnis weder eine vollständige Lösung des Entblindungsproblems noch ein eigenständiger bestätigender Wirksamkeitsnachweis ableiten.
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Primärquellen
Quellen der Einordnung
- Definium Therapeutics: Positive Topline Results from Phase 3 Panorama Study (14. September 2026)
- SEC Form 8-K vom 14. September 2026
- ClinicalTrials.gov: Panorama, NCT06809595
Quellen zuletzt redaktionell geprüft am 15. September 2026.
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