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Psilocybin bei therapieresistenter Depression: Was die neue NHS-Studie zeigt

60 Menschen mit therapieresistenter Depression wurden an einem NHS-Standort randomisiert. Die Ergebnisse sind auffällig, aber noch kein bestätigender Wirksamkeitsnachweis.

Veröffentlicht am 30. August 2026 · Quelle veröffentlicht am 6. August 2026

Was hinter der Meldung steht

Randomisierte, doppelt verblindete, placebo-kontrollierte Phase-2-Machbarkeitsstudie

Stichprobe

60 randomisierte Teilnehmende

Setting

Ein NHS-Standort in England

Vergleich

Psilocybin-assistierte Therapie versus Placebo, jeweils mit psychologischer Begleitung

Nachbeobachtung

6 Wochen in der randomisierten Phase

Was wurde untersucht?

Die Arbeitsgruppe um James J. Rucker untersuchte, ob eine placebo-kontrollierte Psilocybin-Studie bei Menschen mit therapieresistenter Major Depression in einem öffentlichen britischen Versorgungskontext praktisch durchführbar ist. Die 60 Teilnehmenden wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert. Beide Gruppen erhielten Vorbereitung, Begleitung während der Behandlung und Integration; die Prüfsubstanz war entweder Psilocybin oder Placebo.

Wichtig für die Einordnung: Die primären Endpunkte betrafen die Machbarkeit des Studiendesigns – etwa Rekrutierung, Bindung an die Studie und statistische Planungsgrößen. Die klinischen Symptomunterschiede sind deshalb besonders interessant, aber nicht als Ergebnis einer großen bestätigenden Wirksamkeitsstudie zu lesen.

Die Gruppen unterschieden sich deutlich

Nach drei Wochen lag der adjustierte Unterschied auf der Montgomery–Åsberg Depression Rating Scale (MADRS) bei 10,41 Punkten zugunsten der Psilocybin-Gruppe. Dieser Unterschied blieb nach sechs Wochen bestehen.

Nach drei Wochen erfüllten 43 Prozent der Psilocybin-Gruppe die in der Studie verwendeten Kriterien für eine Response und 40 Prozent für eine Remission. In der Placebogruppe waren es jeweils 3 Prozent. Diese Zahlen wirken stark, müssen aber gemeinsam mit dem Studiendesign und den Limitierungen betrachtet werden.

Warum das Ergebnis interessant ist – und warum Zurückhaltung bleibt

Die Studie zeigt, dass eine kontrollierte Psilocybin-assistierte Behandlung in einem NHS-Kontext grundsätzlich durchführbar war und dass die klinischen Signale eine größere Folgestudie rechtfertigen. Sie zeigt nicht, dass Psilocybin damit bereits als allgemein wirksame oder dauerhaft wirksame Behandlung der therapieresistenten Depression bestätigt wäre.

Gerade bei Psychedelika lässt sich die Wirkung außerdem schwer von Erwartung, subjektiver Erfahrung und psychologischer Begleitung trennen. Das ist nicht nur ein methodisches Problem, sondern Teil der Frage, was bei einer psychedelika-assistierten Therapie überhaupt als wirksamer Bestandteil verstanden werden sollte.

HintergrundPsilocybin-Therapie einordnenHintergrundSet, Setting und IntegrationHintergrundEvidenz, Erfahrungswissen und Tradition unterscheiden

Quellen der Einordnung

Quellen zuletzt redaktionell geprüft am 30. August 2026.